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BeitragVerfasst: 14. Sep 2018, 08:16 
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Hallo Uwe,

da war doch was mit der Schweinerei und dem Helm. Vielen Dank
für Dein Update, in denen so viel Arbeit steckt. Wenn das so weitergeht,
melde ich Dich beim Junkelmann zur Doktorarbeit über das röm. Militärwesen an.

Bei der Betrachtung des ersten Bildes, der Fertigfigur?, kam mir spontan
die Idee, das der Mann bei der Fernmeldetruppe gewesen sein muss.
Wegen der Blitze auf seinem Schild. Wenn man vor 2000 Jahren schon mit
Strom experimentiert hat, Bagdad Batterie sag ich nur, warum ich nicht
auch im römischen Heer. So eine Tuba hatte in der Schlacht auch nur
eine begrenzte Reichweite, was die Befehlsübermittlung angeht.

Würd mich nicht wundern, wenn ein Scherzkeks einen Morseapparat auf alt
trimmt und dann verbuddelt. Gräbt ein Archäologe das Ding anschließend
aus, ist die nächste Sensation perfekt.

Noch eine weitere Frage hätte ich:
in der Bildfolge weiter unten sind zwei Bilder, die Deinen beschädigten Tribun zeigen.
Auf dem linken Bild ragt was graues modernes ins Bild. Was ist das bitte? Ein
Bohrer? Oder ein Blitzwerfer? Oder ein Staubsauger Deiner Frau Gemahlin?

Ein schönes Wochenende, einen schönen heutigen Abend
wünsche ich Dir. Nächste Woche bist Du vor mir sicher. Urlaub
LG Achim

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2018, 13:21 
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Salve Achiminius,

die Blitze gehörten zur typischen römischen Militär-Ikonographie. Jupiter Optimus Maximus (der größte und beste) war als oberster Gott der Römer auch der Gott der Soldaten. In seiner Eigenschaft als Jupiter Fulgur (der Blitzeschleuderer) und Jupiter Tonans (der Donnernde) war er unter vielem anderen auch für Blitz und Donner zuständig. Daher findet man auf den Scuta (Schilden) der römischen Soldaten auch häufig Blitzbündel und/oder einzelne Blitze als seine Attribute. Hier mal einige nachgezeichnete Beispiele von verschiedenen Monumenten (z. B. von der Trajanssäule u. a.):

Bild
Quelle: https://www.pinterest.de/pin/608056387160373588/

Bei mehreren Schildabbildungen sieht man längliche, geriffelte dreieckige Strukturen, die jeweils nach oben und unten vom Schildbuckel aus verlaufen. Das sind die Blitzbündel, von denen noch einzelne Blitze in Richtung der Ecken des Schildes verlaufen. Die links und rechts noch häufig erkennbaren Flügel sind die Schwingen des Jupiter-Adlers, ein weiteres Merkmal Jupiters, der sich u. v. a. auch als Adler inkarnierte, um seine diversen irdischen Liebschaften zu kaschieren (letzteres gehört allerdings in den Bereich der Mythologie).

Weiteres Beispiel sind die berühmten Legionsadler (Aquila legionis) - hier findet man den Adler fast immer mit ausgebreiteten Schwingen auf Blitzbündel und Blitzen sitzen, wie bei diesem Beispiel des Aquilifers (Adlerträgers) einer Reenactmentgruppe:

Bild
Quelle: http://www.romeacrosseurope.com/?paged=5&cat=17#sthash.UmuCSSXH.dpbs

Die Feldzeichen dienten im übrigen zusammen mit den verschiedenen Musikinstrumenten zu der von Dir erwähnten Befehlsübermittlung.

Und das von Dir nachgefragte dunkelgraue Teil auf zwei der Bilder ist tatsächlich meine kleine Handbohrmaschine, wenn Du genau hinschaust, siehst Du ja noch den kleinen Bohrer im Armstumpf. War keine leichte Aktion, wenn man bedenkt, dass die Figur fest im Boden verankert ist und ich am Arm herum bohren mußte. Aber zum Glück hat's geklappt.

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2018, 14:51 
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Salve Uwus lectorem scriptoralis,

ich wusste, das Du alles über Blitze bei den Römern parat hast. Ich bin beeindruckt, dass Du a)
aus dem Stand heraus sowas aus dem Ärmel schütteln kannst und b) über die Vielfalt der unterschiedlichen
Zeichnungen auf den Schilden.Meinst Du, die unterschiedlichen hatten ihre Bedeutung? So in Richtung Novize bzw.
Veteran oder Luscheneinheit bzw. Elitetruppe? Mit solchen Spielchen kann man ja bekanntlich den Ehrgeiz
der Leute anstacheln. Und es kostet nix.
Zu meiner Zeit bei der Marine sah der Blitz als Laufbahnabzeichen allerdings ganz anders. In Ermangelung von Schilden
hatten wir die Abzeichen am Blusenärmel kleben.

Vielen Dank für Deine Ausführung und
ein schönes WE
Achim

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BeitragVerfasst: 15. Sep 2018, 15:04 
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Da fällt mir noch was an dem pseudo-korinthischem Helm auf. Der macht nicht den Eindruck, dass er seinem
Träger viel Kopffreiheit bei links oder rechts Drehungen gegeben hätte. Sowas halte ich im Kampf für einen
schweren Nachteil, müssen doch gerade die Offiziere die Übersicht behalten können. Wie sollten sie denn
sonst ne Chance gehabt haben, rechtzeitig abhauen zu können um Verstärkung zu holen?

Der Helm war nur was für die Typen: geht ihr mal voran und ich trage die Folgen. Ein Typus, der sich in
allen Armeen dieser Welt der höchsten Anerkennung sicher sein kann.

Nun denn Salve bis zum 25.
Achim

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BeitragVerfasst: 23. Sep 2018, 16:12 
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Hallo Achimus,

das täuscht, wenn Du genau hinsiehst, erkennst Du, dass der Hals ja im Prinzip noch frei und beweglich war. Ab dem zweiten Jahrhundert n. Chr. hatten die Römer noch ganz andere, z. T. schwerere Helme, die den Kopf noch mehr umschlossen. Ich denke mal, ohne den Beweis antreten zu können, dass der Träger des apulo-korinthischen Helmes nicht allzu seh- oder bewegungs-behindert war.

Ich selbst besitze dank der Bucht schon seit einigen Jahren die Replik eines Weisenau- oder (englische Lesart) Imperial Gallic-Helmes. Das ist der Helmtyp, der von den Legionären auf meinem Diorama getragen wird. War am Anfang (heut mach ich das eigentlich kaum noch) ganz schön schwer zu tragen, drückt schon etwas auf den Nackenwirbel, aber die Nackenmuskulatur fängt das irgendwann wieder auf. Ich erwähn das nur, weil beide Helmtypen, was Tragbarkeit, Beweglichkeit des Kopfes und Rundumsicht angeht, wahrscheinlich ähnlich funktionieren. Und so schwierig ist das nicht, die Schutzfunktion stand ja an vorderster Stelle.

Apropos, als Feldherr abhauen, wenn's brenzlig wurde, hat es in Einzelfällen wohl auch bei den Römern gegeben, siehe die Flucht des Konsuls Gaius Terentius Varro bei Cannae. Aber damals galt die persönliche Ehre noch als hohes Gut, vor allem, wenn man auch als Politiker noch weiter kommen wollte. Und oft kämpften die hohen Offiziere in vorderster Front mit, bekanntestes Beispiel Caesar am Sabis, bei Alesia, in Alexandria oder bei Munda, wo er seinen Helm abnahm, um von seinen Legionären besser erkannt zu werden und wo er hinterher einräumte, dass er dort zum ersten mal nicht nur um den Sieg, sondern um seinen Leben gekämpt hätte.

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 23. Sep 2018, 16:23 
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5. Update

    Der Militärtribun - Rundschild


Mir war aufgefallen, dass der Militärtribun ja völlig ohne Schild dasteht - und das geht natürlich gar nicht. 8)

Als Vorbild für die Ausrüstung und das Aussehen eines Militärtribuns wird in der Fachliteratur immer wieder gerne die entsprechende Figur vom Altar des Domitius Ahenobarbus (schöner Wikipedia- Bericht, leider nur englisch) zitiert. Nach Ansicht einiger Forscher ist hier neben einfachen Legionären und Reitern auch ein hoher römischer Offizier, nämlich ein Tribun oder General, dargestellt, andere meinen hierin eine Personifikation des Kriegsgottes Mars erkennen zu wollen.

Bild
Quelle: https://cl102blog.files.wordpress.com/2018/01/3-ahenobarbus-mars.jpeg

Auf jeden Fall wurde diese Figur schon häufig als Vorbild für die Darstellung eines römischen Tribuns heran gezogen - zum Beispiel hier oder hier (jeweils die Figur links). Als Beispiel für eine davon abgeleitete Zinnfigur hier nur die schöne Figur von "Soldiers":

Bild
Quelle: http://www.art-girona.com/ancient-romans-series-54mm/1454-roman-tribune-from-2nd-century-bc-to-1st-century-ad.html

Bei allen diesen Darstellungen fällt auf, dass der Tribun im Gegensatz zum länglichen Scutum (=Schild) der Legionäre jeweils einen großen Rundschild mit sich führt. Bei der obigen Zinnfigur von "Soldiers" ist dies ein flacher Rundschild, typisch waren als Schutzbewaffnung für Tribune aber auch große gewölbte Rundschilde. Ein solcher fehlte "meinem" Tribun auf dem Diorama noch und so entschloß ich mich anläßlich der Restaurierung/Ergänzung in 2018, ihm noch einen entsprechenden Schild beizugeben.

Bei diesem gewölbten Rundschild handelt es sich um einen Schildtyp, den wir bereits aus der griechischen Antike kennen - den berühmten Hoplon, der den griechischen Hopliten ihren Namen gab. Die Römer nannten diesen Schildtyp Clipeus, was sich aus dem griechischen ableitet und wohl soviel wie "Bedeckung" oder "Deckung" bedeutet. Römische Vorbilder gibt es dafür genug, hier nur 3 Beispiele:

Bild
Quelle: http://late-roman.ru/data/imagegallery/ ... f1b359.jpg

Bild
Quelle: https://www.degruyter.com/view/j/jah.2016.4.issue-2/jah-2016-0019/graphic/jah-2016-0019_abb10.jpg

Bild
Quelle: http://farm6.static.flickr.com/5785/23282047832_eb68a9a03a.jpg

Ich wählte für mein Diorama das letzte Beispiel, das einen Ausschnitt aus dem sog. "Portonaccio Sarcophag" (siehe hierzu den schön bebilderten Wikipedia-Artikel, leider wieder nur in englisch) zeigt. Dargestellt ist dabei ein Gorgoneion oder Medusenhaupt. Kurz zusammengefaßt war die Gorgone Medusa eine Sagengestalt aus der griechischen Mythologie, deren alleiniger Anblick jeden sofort zu Stein erstarren ließ, der ihr in die Augen sah. Erst dem Zeus-Sohn Perseus gelang es mit einer List, die Medusa zu töten und ihr den Kopf abzuschlagen.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass das abgeschlagene Medusenhaupt in der Antike zur Abschreckung des Feindes vor allem von römischen Offizieren bis hin zu den Kaisern mittig auf ihren Brustpanzern, bisweilen aber auch auf ihren Rundschilden angebracht wurde - siehe hier z. B. auf einer Panzerstatue des römischen Kaisers Trajan:

Bild
Quelle: http://www.nationalgeographic.it/dal-giornale/2015/04/17/foto/la_colonna_traiana_un_diario_di_guerra_a_roma-2569718/2/

Eine noch ältere Darstellung zeigt die Verwendung des Medusenhaupts auf dem Brustpanzer des makedonischen Königs Alexander III. (der Große) - siehe hier auf einem Ausschnitt des berühmten Alexander-Mosaiks von Pompeji:

Bild
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alexander_Mosaic-high_res_fragment.jpg


Bau des Schildes

Nicht zuletzt trägt auch der Tribun auf meinem Diorama dieses Medusenhaupt auf seinem Brustpanzer und so fand ich es passend, auch einen entsprechendes Symbol auf seinem Schild darzustellen. Für den Bau des Schildes schnitt ich zunächst die obere Partie des Behälters aus einem Überraschungs-Ei ab:

Bild

Anschließend wurden die Rillen an der Oberfläche des Ü-Ei's mit Milliput verspachtelt und an der Unterseite des Schildes ein Kreis aus Tubenblech angeklebt, der im Durchmesser etwas größer war als der Schildkörper, der innere Bereich des Tubenblechs dann herausgeschnitten, verschliffen und die Innenseite des Schildes noch etwas detailliert durch Anbringung einer Oberarmschlaufe und des Handgriffs:

Bild

Nun stellte sich die Frage, wie die bildlichen Darstellungen auf antiken Steinreliefs denn zu interpretieren seien. Sollten sie eine reine, zweidimensionale Schildbemalung repräsentieren oder sollten Teile des Dekors doch plastisch gewesen sein? Einerseits sind flache Rundschilde einzig und allein mit Bemalung und ohne plastisches Dekor gefunden worden. Ich entschied mich, zumindest das Medusenhaupt plastisch zu gestalten; ob ich damit zu 100 % historisch richtig liege, weiß ich jetzt leider auch nicht. Zumindest fand ich dazu im Figurenmodellbau hierzu ein Beispiel - vergleich den Schild der hervorragend modellierten und bemalten Figur eines mir nicht bekannten Künstlers mit dem mittleren der von mir oben gezeigten Rundschilde auf römischen Reliefs.

Meinen ersten, mißglückten Modellierversuch will ich Euch nicht vorenthalten, ich hatte die Modelliermasse nicht gut genug durchgeknetet oder vermischt, und sie wurde einfach nicht hart; na ja, war nicht schlimm, denn irgendwie erinnert das Gesicht weniger an eine Medusa, sondern ungewollterweise vielmehr an einen bedeutenden deutschen Physiker des 20. Jahrhunderts, lt. Wikipedia der bedeutendste Physiker der Neuzeit, und den, so sehr ich ihn auch schätze, wollte ich auf einem römischen Schild des 1. Jhdts. n. Chr. nun nicht darstellen:

Bild

Der nächste Versuch - beide Bilder zeigen die gleiche Darstellung, links ist der Schildcorpus in weiß bemalt, rechts habe ich ihn in blau gehalten, analog zu den Schilden der Legionäre auf meinem Diorama, außerdem habe ich dem Haupt rechts noch ein paar Schlangen über die Haare modelliert und die links noch fehlenden Augen eingefügt:

Bild

Das vorläufige Endergebnis - schließlich habe ich auf den Rundschild noch die lateinischen Worte ROMA VICTRIX AETERNA, sinngemäß etwa: Rom - auf ewig siegreich. Das ist jetzt rein fiktiv, quasi so eine Art auf den Schild aufgebrachte Propaganda. Sollte ich mit dieser Art der Darstellung oder mit der Übersetzung völlig falsch liegen, bitte ich um entsprechende Rückmeldung:

Bild

Über die beste Platzierung des Rundschilds auf dem Diorama grübele ich noch. Beim ersten Beispiel stört mich, dass soviel von der Figur des Tribuns dabei verdeckt wird.

Bild

Im Moment favorisiere ich noch diese Platzierung, der Schild ist den leichten Abhang herunter gerollt oder gerutscht, die lateinische Propaganda-Aufschrift steht hier fast symbolhaft für die Darstellung auf dem Diorama:

Bild


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 27. Sep 2018, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Also Uwe Du erstaunst mich immer wieder!
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Die zweite Platzierung des Schildes zeigt zwar mehr von der Figur, ist für mich allerdings, nach meinem physikalischen Verständnis, recht unlogisch.
Wenn ein doch recht bauchiger Schild einen Abhang runter rutschen würde, würde er wohl auch vorne über kippen, da der Schwerpunkt logischerweise in Richtung der Vorderseite, des Wappens, liegen müsste - Also sollte das Ding doch eigentlich quasi wie einer dieser Runden Kinderschlitten den Hang runter gleiten, mit den Griffen nach oben. Oder irre ich mich da?
Nachteil - man würde wohl fast nichts mehr von der ganzen filigranen (und beeindruckenden) Arbeit sehen.

MfG Johannes

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Vielleicht ist der Schild nur ein wenig gerutscht und dann an den Schlaufen hängen geblieben. :wink2


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Nun, Johannes Einwand ist nicht ganz unbegründet. :wink2

Schönreden des Problems ist immer einfach. :daumendreh2

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WK I Chris hat geschrieben:
Also Uwe Du erstaunst mich immer wieder!
Römer mit Ü-Ei Schild, der Hammer! :biggrin :applaus
Hi Chris, Du weißt doch, ein Modellbauer kann fast alles irgendwann mal gebrauchen. :wp-cool

jathu1904 hat geschrieben:
:applaus :applaus
Hallo Jan, dank Dir für Deinen Applaus, ist mir eine Ehre. :Bingo

steamjo hat geschrieben:
Wofür Ü Eier so alles gut sind. Das ein Offizier nach der Schlacht nicht auf seine Ausrüstung
aufpassen sollte, kann ich mir nur vorstellen, wenn er verwundet war. Die Jungs achteten
doch auf Disziplin. :aufsmaul
steamjo hat geschrieben:
Was sollte denn das contubernium sonst denken?
Na ja, Achim, die Schlacht ist ja gerade erst geschlagen. Der Tribun hat den Schild zur Seite gelegt, um das eroberte Feldzeichen der zurück geschlagenen Britannier triumphierend in deren Richtung hoch zu recken und ihnen noch ein paar freundliche Worte hinterher zu rufen.

Contubernium bezeichnet übrigens eine Zeltgemeinschaft von 8 Mann, ein Tribun hatte da schon etwas mehr an Einfluß. :blush-pfeif2

Cpt.Yesterday hat geschrieben:
Die zweite Platzierung des Schildes zeigt zwar mehr von der Figur, ist für mich allerdings, nach meinem physikalischen Verständnis, recht unlogisch.
Wenn ein doch recht bauchiger Schild einen Abhang runter rutschen würde, würde er wohl auch vorne über kippen, da der Schwerpunkt logischerweise in Richtung der Vorderseite, des Wappens, liegen müsste - Also sollte das Ding doch eigentlich quasi wie einer dieser Runden Kinderschlitten den Hang runter gleiten, mit den Griffen nach oben. Oder irre ich mich da?
Nachteil - man würde wohl fast nichts mehr von der ganzen filigranen (und beeindruckenden) Arbeit sehen.

MfG Johannes
Hallo Johannes, Du hast mit Deinen Bemerkungen zur Logik völlig recht und den Schwachpunkt meiner Überlegungen genau erkannt.
:Bingo

Ich muss gestehen, dass es mir einfach nur gefiel, dort noch einen zusätzlichen Eyecatcher zu platzieren und quasi symbolhaft für das auf dem Gesamtdiorama Dargestellte den Propagandaspruch "ROMA VICTRIX AETERNA" gut lesbar in die erste Reihe zu stellen (Du weißt ja, der Schlachtruf aus "Ben Hur"). Außerdem fand ich beim besten Willen keinen Platz mehr auf der vorderen Fläche, ohne andere aufwändig gestaltete Details zu verdecken. Es wird also langsam ein wenig voll.

Aber, was will ich mich beklagen, das wollte ich ja so. Vielleicht gefällt Dir ja eine der zwei anderen von mir ausgeheckten Varianten - siehe unten am Ende dieses Beitrags.
:biggrin :wp-cool

WK I Chris hat geschrieben:
Vielleicht ist der Schild nur ein wenig gerutscht und dann an den Schlaufen hängen geblieben. :wink2
Hi Chris, danke Dir, immerhin eine Möglichkeit, ich hab mir schon was anderes für diese Stelle überlegt, siehe unten. :biggrin

ValleDeVinales hat geschrieben:
Nun, Johannes Einwand ist nicht ganz unbegründet. :wink

Schönreden des Problems ist immer einfach. :daumendreh2
Hi Stefan, hast vollkommen recht mit Deinem Hinweis auf Johannes' Einwand - siehe oben. :Bingo


Liebe Freunde,

wenn wer noch eine Idee hat, immer her damit. Im Moment bereite ich eine weitere Figur vor (Nr. 29), einen gefallenen Gallier, der genau an dieser Stelle niedergestreckt worden ist oder eben den Moment, da der Tribun ihm gerade das Feldzeichen entreißt. Im Moment schwanke ich noch zwischen beiden Möglichkeiten:

Bild Bild

Was würde Euch denn besser gefallen?

LG - Uwe :gruen

PS: und sorry an die Freunde der Truppen des Commonwealth für die 'kannibalisierte' Desert Rat. :daumendreh2

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BeitragVerfasst: 28. Sep 2018, 21:38 
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Hi Uwe,
wäre es Dir möglich noch mal zwei Gesammtaufnahmen mit den beiden unterschiedlich platzierten Figuren zu machen?
Dann kann man sich das vielleicht etwas besser vorstellen.
Ansonsten wird es langsam sehr voll auf Deinem Dio. :wink2


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BeitragVerfasst: 28. Sep 2018, 22:49 
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Hi Chris, leider nein, es handelt sich bei beiden Bildern um die gleiche Dummy-Figur, nur eben dank der Stiftungen mit unterschiedlich verbogenen Körperhaltungen. Das linke Bild gibt den aktuellen, weiter fortgeschrittenen Status wieder, dort hat die Figur ja schon einen rechten Arm, einen Helm und einen Schild (und einen Schnurrbart, aber den sieht man hier nicht).
:biggrin

Sie kann aber wieder in die Form auf dem rechten Bild zurück gebogen werden.

Gruß Uwe :winken2

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BeitragVerfasst: 30. Sep 2018, 23:47 
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6. Update

    Der Militärtribun – Rundschild (Nachtrag)


Zu dem Propagandaspruch auf dem Rundschild muß ich gestehen, dass ich mich hierzu u. a. durch den Anfang der Einmarschsequenz der Legio X Fretensis nach Jerusalem in der Neuverfilmung von "Ben Hur" (2016) habe verleiten lassen; dort skandieren die marschierenden Legionäre wiederholt "Aeterna victrix" (ewig siegreich).

Die Ähnlichkeit meiner ersten, in der Konsistenz mißlungenen Medusa mit dem guten Albert Einstein war mir erst gar nicht aufgefallen. Wenn ich bedenke, dass ich ihr nach dem Aushärten noch die für Medusenhäupter so typische, heraus hängende Zunge hinzumodellieren wollte, wäre die anachronistische Ähnlichkeit mit ihm ungewollt noch größer geworden ... :hecheln :lachtot

Der Oberbegriff Clipeus stand nicht nur für gewölbte, sondern auch für flache oder auch nur leicht gewölbte, hexagonale oder rundovale Schilde, wie z. B. bei "meinen" Auxiliarkavalleristen. Da die Römer für besondere Tapferkeit den "Clipeus Virtutis" (lat: Schild der Tapferkeit) verliehen, der mit dem Kürzel "CL.V" versehen auf römischen Münzen in der Form des gewölbten griechischen Rundschilds (Hoplon) abgebildet ist, sah ich mich mit der Bezeichnung Clipeus für letztgenannten auf der sicheren Seite:

Bild
Quelle: http://www.vroma.org/images/mcmanus_images/aug_vict_clipeus2a.jpg

Für den runden gewölbten Schildtypus als Hauptverteidigungswaffe für den Tribun entschied ich mich aufgrund entsprechender Rekonstruktionszeichnungen, die ich in meinem letzten Update als Beispiele angeführt hatte (hier und hier) und weil ich glaubte, dass der gewölbte Rundschild stabiler und ein besserer Schutz als ein flacher Schild sei und sich im übrigen auch gut für ein persönliches Schildmotiv eignen würde.

Die Frage nach der Interpretation der plastischen Darstellung auf den Reliefs hatte ich mir ja auch schon gestellt - siehe oben im letzten Update. Die Rekonstruktion als dreidimensionales Ornament reizte mich einfach. Im Original wäre es für die Römer technisch sicher kein Problem gewesen, die metallene Abbildung des Medusenhauptes auf den hauptsächlich aus Holz bestehenden Corpus des gewölbten Rundschildes zu montieren, quasi wie einen Schildbuckel. Ein entsprechendes Beispiel mit einem derart verzierten Schildbuckel ist uns ja mit dem Grabstein des C. Valerius Crispus von der Legio VIII Augusta überliefert:

Bild
Quelle: https://farm8.staticflickr.com/7150/6610892371_04a592a885_b.jpg

Ich gebe allerdings zu, dass dies auch wieder eine Frage der Interpretation ist, vielleicht war auch dieses "Gesicht" (offenbar ein Stierkopf, der Stier war das Emblem dieser Legion) in der Realität am Schild des Verstorbenen nur aufgemalt. :wp-rolleyes

Andere denkbare Schildformen wären gewesen ein flacher Rundschild oder ein ovaler mit (oder ohne) Spina (eine hölzerne oder metallische, längliche Struktur auf den Schilden) und mit Buckel. Ich favorisierte aber einen gewölbten Rundschild mit plastischer Ornamentierung. Immerhin haben ja auch Andreas Strassmeir und Andreas Gagelmann "Das Heer des Varus" auf S. 27 einen ritterlichen Militärtribun der (ganz) frühen Kaiserzeit mit einem anderen Rundschild, der "Parma Equestris", ausgerüstet, der im Kampf wohl ähnliche Vor- oder Nachteile hatte wie der von mir verwendete:

Bild
Quelle: https://i.pinimg.com/564x/e0/a8/81/e0a881a6a4b8d31e814e1c2980083202.jpg

Mit meinen nachträglichen Anmerkungen zum gewölbten Rundschild wollte ich nur aufzeigen, warum ich mich bei der Schildgestaltung so entschieden habe. Ich kann nicht den Anspruch erheben, dass ich damit absolut richtig lag, dafür läßt die Antike mbMn zuviel Interpretationsspielraum.


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen

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