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BeitragVerfasst: 23. Jul 2018, 22:51 
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Liebe Freunde von der Modellbaugilde,

mit diesem Baubericht möchte ich Euch mein Römerdiorama vorstellen, von dem Ihr einen kleinen Ausschnitt vielleicht schon kennt, da ich ihn schon seit vielen Jahren als mein ständiges Avatar verwende.

Bild

Doch zuvor ein paar Infos zur Historie, das folgende habe ich größtenteils aus dem Gedächtnis und aus "einigen" der im Laufe der Jahre zusammen getragenen Bücher zum Thema "Römisches Militär" niedergeschrieben. Dabei geben diese Inhalte den ungefähren Stand der Jahre bis 1995 wieder. In der Zwischenzeit hat es sicher neue Forschungsergebnisse gegeben. Wer neueres dazu beitragen kann, lade ich gerne ein, darüber zu diskutieren. :wp-biggrin

Wem das Folgende zuviel Text ist, einfach nach unten scrollen, Punkt 3. Entstehung des Dioramas und Vorlagebild :wp-cool


1. Historischer Hintergrund (kurzer Abriss)

Im Jahre 61 n. Chr. erhoben sich verschiedene Stämme im Südosten Britanniens unter der Führung der Königin der Icener, Boudicca (andere antike Schreibweisen: Bondicca, Boadicea), gegen die seit dem Jahre 43 n. Chr. bestehende römische Fremdherrschaft. Auslöser war der Tod ihres Gatten und vormaligen Königs der Icener, Prasutagus, der testamentarisch sein Erbe zwischen seiner Witwe und dem römischen Kaiser Nero aufgeteilt hatte. Auf Veranlassung des römischen Procurators, eines gewissen (aber gewissenlosen) Catus Decianus, wurde das Testament für Null und nichtig erklärt, die dagegen aufbegehrende Königin Boudicca ausgepeitscht und ihre beiden Töchter vergewaltigt.

Dem nun folgenden Aufstand der auf diese Weise und auch zuvor wiederholt gedemütigten Icener schlossen sich auch bald der benachbarte Stamm der Trinovanten sowie weitere kleinere, namentlich nicht benannte Stämme an. Als erstes zog das vereinigte Heer (Stärke lt. Wiki ca. 80.000) in südlicher Richtung gegen die unbefestigte und lediglich von 200 schlecht ausgerüsteten Soldaten verteidigte römische Veteranen-Kolonie und zu dieser Zeit wichtigste Stadt der Provinz, Camulodunum (heute Colchester), tötete die gesamte Bevölkerung und brannte die Stadt bis auf die Grundmauern nieder.

Zur besseren Übersicht hier eine feine Karte über den Verlauf der Ereignisse aus Wikipedia.de:

Bild
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Boudicca-Aufstand#cite_ref-7

Die einzige in der Nähe stehende römische Legion war Legio IX Hispana, die berühmte 9., deren späterer Untergang (in Britannien?) bis auf den heutigen Tag zu zahlreichen Theorien und zu dem bekannten und verfilmten Roman von Rosemary Sutcliffe „Der Adler der 9. Legion“ geführt hat. Unter ihrem Kommandeur Quintus Petilius Cerealis eilte sie den Aufständischen entgegen und wurde vermutlich auf dem Marsch von Boudicca’s Armee unter schweren Verlusten zurück geschlagen; die Überlebenden zogen sich fluchtartig in nördlicher Richtung in das bei Longthorpe vermutete Standlager zurück. Dass die Römer am verwundbarsten waren, wenn sie sich (möglicherweise auch noch in bewaldetem Terrain) auf dem Marsch befanden, ist ja spätestens seit der Niederlage unter Varus im sog. Teutoburger Wald bekannt.

Grund für die schwache römische Militärpräsenz im Aufstandsgebiet war die Tatsache, dass der eigentliche Befehlshaber und Gouverneur der Provinz, Gaius Suetonius Paulinus, zu diesem Zeitpunkt weit nordwestlich dieser Ereignisse mit der Masse von 2 Legionen (Legiones XIV Gemina und XX Valeria ) sowie Auxiliar- (Hilfs-) Truppen, insgesamt ca. 10.000 Mann, auf der Insel Mona (heute Anglesey) die keltischen Priester, die Druiden, bekämpfte und besiegte, um ihren Einfluss auf die einheimische Bevölkerung, der in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen und Aufständen geführt hatte, ein für alle mal zu beenden.

Als er Nachricht über die Rebellion erhielt, beorderte Paulinus seine Truppen auf der Stelle entlang der heute als Watling Street bekannten Römerstraße in Richtung Londinium (London), das nach seinen Informationen nächstes Ziel von Boudicca’s Heer war. Er selbst eilte mit Teilen seiner Reiterei den Truppen voraus und erreichte Londinium noch vor Eintreffen der Aufständischen. Schnell erkannte er, dass die ebenfalls unbefestigte Stadt nicht zu verteidigen war und ritt mit seiner Eskorte wieder zurück, seinen anmarschierenden Truppen entgegen. Wer von der Bevölkerung sich ihm anschließen wollte (und konnte!) zog mit ihm.

Boudicca’s Aufständische zerstörten und verbrannten Londinium wie zuvor Camulodunum und ermordeten die hilflose Zivilbevölkerung, um ihren Rachedurst angesichts der in der Vergangenheit erlittenen Schmähungen und Kränkungen zu stillen. Anschließend setzten sie Paulinus auf der Watling Street in nordwestlicher Richtung nach. Auf diesem Wege erlitt die Stadt Verulamium (St. Albans) das gleiche Schicksal wie zuvor Camulodunum und Londinium. Insgesamt sollen ca. 70.000 Menschen umgekommen sein.

Paulinus war sich im klaren, dass es irgendwo zwischen seinem aus nordwestlicher Richtung heran marschierendem Heer und den Insurgenten, die ihn mit schwerem, beutebeladenem Tross von Südosten kommend deutlich langsamer verfolgten, an der Watling Street zu einer Entscheidungsschlacht kommen musste. Er nutzte seinen Vorsprung, um ein für sein zahlenmäßig deutlich unterlegenes Heer (ca. 1 zu 8 ) geeignetes Schlachtfeld zu finden.

Wahrscheinlich wählte er einen Platz in der Nähe der Ortschaft Manduessedum (= Platz der Streitwagen, die die britannischen Kelten tatsächlich noch benutzten, heute Mancetter) aus. Dieser Ort ist zwischenzeitlich durch die Archäologie dort wohl auch gefunden worden; ich kann mich zumindest an eine Dokumentation erinnern, in der dies gut begründet und durch einige Funde belegt werden konnte. Dort fand er abseits der Straße ein leicht ansteigendes Gelände, dass durch Wälder hufeisenförmig geschützt war und für die Römer so die Gefahr einer Umzingelung ausschloss. Nach vorn war das Schlachtfeld eng genug, so dass die Römer mit ihrer vergleichsweise geringen Anzahl eine robuste Schlachtordnung aufstellen konnten.

Über diese Ereignisse liegen uns heute in schriftlicher Form nur zwei Quellen vor. Die erste war der römische Historiker Publius Cornelius Tacitus, dessen Schwiegervater und späterer Gouverneur der Provinz, Gnaeus Iulius Agricola, als junger Tribun wohl Teilnehmer der Schlacht war und ihn so mit Informationen aus erster Hand versorgen konnte. Der zweite Berichterstatter war der Schriftsteller Cassius Dio, der allerdings erst im Jahre 163, also über 100 Jahre später geboren wurde.


2. Die Schlacht an der Watling Street

Über die Schlacht ist nur relativ wenig überliefert. Paulinus stellte seine knapp 2 Legionen (XIV. und XX.) am oberen Ende des ansteigenden Geländes und im Zentrum seiner Schlachtordnung auf, seine Hilfstruppen speziell die Kavallerie auf beiden Flügeln, wie es gängige römische Praxis war. Die Aufständischen verteilten sich am unteren Ende des durch Wälder begrenzten Schlachtfeldes und waren sich ihres Sieges über das zahlenmäßig deutlich unterlegene Heer sicher. Daher machten sie sich auch keine Gedanken, dass ihr Troß, voll beladen mit Beute und Familienangehörigen, (vermutlich entlang der Watling Street) hinter ihnen auffuhr. Die nachfolgende Illustration der Ausgangslage kommt den antiken Beschreibungen m. E. recht nahe:

Bild
Quelle: https://i.pinimg.com/originals/80/d7/ee/80d7ee052de81b64d0449f8e1f715d19.jpg

Für die Römer war es eine Lage, in der sie nur siegen oder sterben konnten, an Flucht war kaum zu denken. Zu dieser schwierigen Situation paßt übrigens noch, dass Paulinus eigentlich auch noch nach der 4. zu dieser Zeit in Britannien stationierten Legion geschickt hatte, nämlich der Legio II Augusta in Isca Domnoniorum (Exeter). Der dort kommandierende Praefectus Castrorum (Lagerbefehlshaber) namens Poenius Postumus weigerte sich jedoch aus heute nicht mehr bekannten Gründen, dem Befehl seines Gouverneurs und Oberbefehlshabers Folge zu leisten. Eigentlich ein ungeheurer Vorgang; von Legio IX Hispana konnte Paulinus ebenfalls keine Hilfe erwarten, diese war ja, wie oben geschildert, bereits in der Frühphase des Aufstands arg zerrupft worden und hatte sich wohl in ihrem Standlager verschanzt.

Über die Schlacht berichten Tacitus und Cassius Dio relativ wenig. Nach den üblichen Ansprachen der Feldherren, Boudicca auf der einen, Paulinus auf der anderen Seite, setzte sich das gewaltige keltische Heer hangaufwärts in Bewegung, wobei es sich wegen des engen Defilées nicht voll entfalten konnte und von den Legionären, nachdem sie erst mal auf Wurfweite heran gekommen waren, mit zwei Salven ihrer Pila (Pilum = Wurfspieß, wovon jeder Legionär normalerweise 2 mit sich führte) empfangen wurden. Nachdem sie auf diese Weise bereits schwere Verluste bei den Britanniern verursacht hatten und erste Angriffe an ihrer dichten Schildmauer gescheitert waren, setzten sich die Römer unter Bildung mehrerer Keile hangabwärts in Bewegung und drängten die Kelten in Richtung ihres eigenen Trosses, der diesen so zur Falle wurde, zurück. Bei dem anschließenden Gemetzel sollen rund 80.000 Kelten, nicht nur Krieger, sondern auch deren Angehörige im Tross, ums Leben gekommen sein. Bei 400 gefallenen Römern und einer in etwa gleich hohen Anzahl Verwundeter.

Bei allen vorgenannten Zahlen sollte man berücksichtigen, dass die Geschichte in diesem Fall vom Sieger geschrieben wurde und die Kelten noch keine schriftliche Überlieferung pflegten. Etwas Skepsis erscheint also angebracht. Auf jeden Fall war der römische Sieg durchschlagend und vollständig. Legio XIV Gemina erhielt zusätzlich die ehrenden Beinamen Martia Victrix ("kriegerisch" und "siegreich"), die 20. durfte sich künftig Legio XX Valeria Victrix nennen. Poenius Postumus, der Paulinus die Unterstützung durch Legio II Augusta verweigert hatte, entzog sich einer wahrscheinlich unweigerlich erfolgten Bestrafung, indem er sich in sein Schwert stürzte. Paulinus selbst, der in der Folge allzu harsch mit der verbliebenen Bevölkerung der beteiligten Stämme umsprang, wurde kurz darauf als Gouverneur abgelöst.

Die Spur Boudicca's und ihrer beiden Töchter hat sich verloren, nach den in diesem Punkt divergierenden o. g. römischen Historikern soll sie sich entweder kurz nach der Schlacht das Leben genommen haben oder schwer erkrankt (oder verwundet?) verstorben sein. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder das Grab einer vornehmen keltischen Dame in Birdlip (ca. 100 km südwestlich von Mancetter) erwähnt, das zentral zwischen zwei weiteren Frauengräbern gefunden wurde:

http://www.ancient-origins.net/history-famous-people/celtic-birdlip-grave-final-resting-place-queen-boudicca-003099

Wie schon oben erwähnt, ist das zuvor zusammen gefaßte lediglich der bis ca. 1995 für mich zugänglich publizierte Forschungsstand. Inzwischen finden sich Zweifel an dieser Darstellung der Ereignisse, z. B. am Ritt des Paulinus nach Londinium. Nach zwei Jahren als Gouverneur sollte er den Verteidigungszustand dieser wichtigen Provinzstadt gut genug gekannt und sich nicht der erhöhten Gefährdung in feindlicher Umgebung ausgesetzt haben. So gibt es die Theorie, dass er dort sein gesamtes Heer bereits dabei gehabt und die Entscheidungsschlacht folglich an anderer Stelle stattgefunden habe. Auch wird angezweifelt, dass sich Legio IX Hispana aus eigenem Antrieb und ohne den strikten Befehl des Gouverneurs zum Entsatz von Camulodunum aufgemacht habe.

Wer Lust hat, sich das zuvor erzählte mal in einer Dokumentation mit m. E. ganz ordentlichen Spielszenen (Boudicca ist allerdings vielleicht etwas zu "sportlich" :wp-cool :biggrin dargestellt) von History Channel anzuschauen, dem empfehle ich folgenden Doku-Film, Beschreibung der Schlacht in etwa nach 1 Stunde:

https://www.youtube.com/watch?v=xYnGbddSR1g


3. Entstehung des Dioramas und Vorlagebild

Bild

Und spätestens hier werdet Ihr Euch fragen, warum dies unter Bauberichte erscheint, da es sich ja um ein offensichtlich fertiges Diorama handelt. Die Fotos entstanden kurz nach Fertigstellung (1997 -2000) und zeigen insgesamt 25 Figuren (davon 5 Berittene). Im Laufe der Jahre verstaubte die ganze Szene etwas und etliche Teile brachen ab, so verschwand zum Beispiel der Arm des Tribunen im Vordergrund, der ein erbeutetes keltisches Feldzeichen in die Höhe reckt, vollständig und mußte neu aufgebaut werden.

Ende letzten Jahres fiel mir auf, dass ich eigentlich kaum irgendwas Vollständiges vorzuweisen hatte und so entstand der Wunsch, mein bis dahin erfolgreichstes Diorama wieder zu beleben. Nicht zuletzt auch deshalb, um bei meinem ersten Auftritt auf der Forenjubiläumsfeier bzw. dem 14. Forentreffen im Februar diesen Jahres überhaupt etwas vorweisen zu können. :blush-pfeif2 :biggrin

Es gibt aber kaum etwas unbefriedigenderes für einen Modellbauer, als alte Sachen zu reparieren, wenn man sich doch lieber ganz neuen Projekten zuwenden würde.

Aus diesem Grund nahm ich mir vor, weitere 3 - 5 Figuren in das Dio aufzunehmen. Erstens, um mir mit etwas neuem einen gewissen Anreiz zu schaffen und zweitens um die freien Räume im Vordergrund noch mit etwas "Battlefield debris" zu bedecken. So war mir beispielsweise aufgefallen, dass die dort liegenden gefallenen oder verwundeten 7 Britannier nur 3 Schilde und 2 Schwerter dabei hatten. Bei einer antiken Schlacht mit dem Kampf Mann gegen Mann auf derart engem Raum kann man sich das dabei entstandene Durcheinander nicht groß genug vorstellen. Außerdem schwebt mir noch vor, auch den bislang völlig schnörkellosen Sockel noch etwas zu romanisieren, aber davon später mehr.

Dieser Baubericht gliedert sich also in zwei Teile, zunächst werde ich mit nachfolgenden Updates die Figuren einzeln vorstellen mit Fotos aus den Jahren 1997 - 2000, die deren Bau dokumentieren. Dabei ist die Qualität der Bilder nicht überragend, sie wurden damals zunächst entsprechend meiner bescheidenen Fotografierfähigkeiten mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen, die Papierabzüge dann mit damaligen Möglichkeiten eingescannt und digitalisiert. Zuletzt werde ich dann über den in diesem Jahr (2018) bereits stattgefundenen und aktuell noch vorzunehmenden Baufortschritt bei Reparatur und Ergänzung berichten.

Zunächst an dieser Stelle das Bild des bekannten Malers für Osprey, Concord, u. a., Angus McBride, das mir seinerzeit als Vorlage und Inspiration für mein Diorama gedient hatte:

Bild
Quelle: https://i.pinimg.com/736x/77/97/a7/7797a783b1658dadbde6f242709e31d4--roman-britain-roman-legion.jpg
Aus der Concord-Publikation "Imperial Rome at War" (Concord Fighting Men 6002) by Martin Windrow (Author) und Angus McBride (Illustrator)

Bild

Das Grundmuster der nach Abwehr des letzten keltischen Angriffs erschöpften Römer habe ich übernommen. Die Haltung der im Hintergrund anreitenden Kavallerie ist fast 1:1 übertragen, sie erhalten ihren Angriffsbefehl aber nicht von dem auf dem Gemälde im Mittelpunkt mit erhobenem Arm nach vorne weisenden Centurio, sondern durch den Feldherrn selbst, den ich hinten rechts hinzu gefügt habe.

Überhaupt sind auf dem Vorlagegemälde ganz andere Truppenkörper abgebildet, nämlich Angehörige eines (hispanischen) Auxiliums (Hilfstruppe), einer Cohors Equitata, d. h. einer teilweise berittenen Kohorte. Normalerweise unterschieden die Römer strikt zwischen Infanterie- und Kavallerieeinheiten, wovon diese teilberittenen Einheiten eine Ausnahme bildeten. So tragen hier Reiter und Fußsoldaten auch sehr ähnliche Ausrüstung. Außerdem hat McBride hier eine ganz andere, nicht näher beschriebene Schlacht dargestellt, zur Bildüberschrift gehört lediglich die Information "Northern Britain, ca. 118 AD". Zu diesem Zeitpunkt paßt auch die Ausrüstung der Auxiliarsoldaten, insbesondere ihre Bronzehelme, die schon die für das 2. Jhdt. typische kreuzförmige Verstärkung auf der Helmkalotte zeigen.

Des weiteren schreibt der Author, dass das im Gemälde abgebildete Schildzeichen von der Trajanssäule in Rom stamme, und darauf sowohl von Fußsoldaten als auch von Reitern getragen würde, was auf eine Cohors Equitata schließen lasse. Das von dem erschöpften Feldzeichenträger gehaltene Feldzeichen sei von einer asturischen Kohorte übernommen; vermutlich von einem Grabstein, obwohl dies im Text nicht erwähnt wird. Eine solche Einheit, Cohors Secunda Asturum Equitata (2. teilberittene asturische Kohorte), sei zum fraglichen Zeitpunkt (ca. 118 n. Chr.) in Britannien stationiert gewesen. Wobei laut einer (im Text nicht genannten) Referenz schwarze Bekleidung für diese Region in Spanien typisch gewesen sei, weshalb sich Author und Illustrator entschieden hätten, die Auxiliarsoldaten auf diesem Gemälde in schwarzen Tuniken abzubilden.

Bei meinem Diorama stehen jedoch die Legionäre im Mittelpunkt, erkennbar an ihrer typischen Lorica Segmentata, das ist ein moderner Begriff und bedeutet soviel wie Segment- oder Schienenpanzer, und an ihren großen rechteckigen Scuta, von Scutum = Schild. Allerdings war das Erscheinungsbild der Legionäre nicht so einheitlich, wie hier dargestellt oder wie es die Bildtafeln der Trajanssäule in Rom suggerieren. Getragen wurden auch Schuppen- (Lorica Squamata oder Plumata) sowie Kettenpanzer (Lorica Hamata), letzterer hier vom Centurio, der Schuppenpanzer vom daneben knieenden Optio, Stellvertreter des Centurios.

Wegen eines griffigen Dioramen-Titels hatte ich mich damals mit Prof. Wilfried Stroh in Verbindung gesetzt, einem angesehenen Kenner der lateinischen Sprache und klassischem Philologen, der ja u. v. a. durch seine publizistische Zusammenarbeit mit dem Historiker und Experimentalarchäologen Marcus Junkelmann bekannt geworden ist. Er riet mir bei einem freundlichem Telefonat zu dem von mir auch übernommenem Schlußwort eines bekannten Vergil-Zitats ("Debellare Superbos"), das streng genommen mit "Überziehe die Hochmütigen mit Krieg" aber auch mit "schlage(t) die Aufständischen" übersetzt werden kann. Auf dem letzten Foto dieses Beitrags steht noch fälschlich "Debellate" - mein Fehler (am Telefon verhört :biggrin ), wird bei evtl. Neukonzeption des Sockels noch geändert.

So - das war zunächst mein - zugegebenermaßen textlastiger - Einstieg in diesen BB, weitere Teile sollen folgen. Ich muss aber noch einige Bilder "abloaden" und modellbaugilde-fähig (Größe, Maße) machen ...


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen


PS: Im Moment rätsel ich noch darüber, ob ich Euch vielleicht mit zu viel (?) Hintergrundinformationen langweile, wo es doch eigentlich nur mein Hauptmotiv ist, darzulegen, warum ich was wie gemacht hatte. Keinesfalls möchte ich, dass dieser Baubericht irgendwie abgehoben herüber kommt. Solltet Ihr der Meinung sein, ich sollte stattdessen nur WiP- und fertige Bilder zeigen, bitte ich um entsprechende Rückmeldungen. :daumendreh2 :wp-rolleyes

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:23, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 23. Jul 2018, 23:19 
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Eigentlich sollte es in der Dioramengalerie stehen, weil es eben fertig ist.

Schönes Dio mit viel Liebe zum Detail, gefällt mir. :applaus



Den Titel solltest Du nicht ändern, denn "debellate superbos" steht im Imperativ Plural, dt.: "Bezwingt die Überheblichen/Aufständischen/Trotzigen!"
Exakt das steht auf dem Sockel.

Das Originalzitat von Vergil ist eine am Hauptsatz hängende a.c.i. Konstruktion, die als Nebensatz wiedergegeben wird:

tu [...] romane memento [...], parcere____subiectis__________et_____debellare____superbos
Du____Römer__gedenke____, zu schonen_die Unterworfenen __und___zu bezwingen die Überheblichen.


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BeitragVerfasst: 23. Jul 2018, 23:46 
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Hallo Christian,

dankeschön für Deine freundlichen Worte und Deinen Hinweis bzgl. des Titels. Ich ärgere mich angesichts meines heutigen Interessenschwerpunktes noch manchmal schwarz, dass ich damals in der Mittelstufe französisch statt latein gewählt hatte. :wp-confused :wp-confused :biggrin

In die Galerie kann ich es aber noch nicht verfrachten. Zu dem Anfang 2018 zunächst nur reparierten Diorama, so wie es in meinem ersten Beitrag einmal "von oben" abgelichtet ist, kommen zur Zeit noch mindestens 5 Figuren, von denen ich 3 gerade fertig stelle. Eine vierte ist in Arbeit, die fünfte in Planung. Zusätzlich werde ich die freien Bereiche noch mit reichlich Schlachtfeldtrümmern bedecken, wie es wohl für ein antikes Schlachtfeld charakteristisch war, auf dem viel "Action" auf relativ engem Raum stattfand. Mir schwebt da noch einiges vor ...

Du siehst, ich betrachte das Dio noch längst nicht als fertig und hoffe, nachdem es mich das ganze Jahr 2018 beschäftigt haben wird, es Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres beim Forentreffen noch einmal vervollständigt vorstellen zu können.

LG - Uwe :gruen

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:24, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24. Jul 2018, 16:02 
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Ok, es ist noch nicht fertig.

Zurückgelassene Waffen, Schilde (evtl. beschädigt?) und Pfeile könnte man noch als "Bodendecker" verbauen.

Ich würde da allerdings nicht noch mehr Figuren unterbringen.


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BeitragVerfasst: 24. Jul 2018, 16:04 
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Hallo Uwe,
danke für Deinen ausführlichen Bericht. Eine Figur im Rohbau durften wir in unserer Words-App-Gruppe wohl schon sehen.
Hoffe es gibt Bilder von Deinen Figuren vom Rohbau bis zur Fertigstellung.
Bin gespannt wie das Dio wirkt wenn noch 4 - 5 Figuren dazu kommen. Hoffe nicht das es dann zu überladen wirkt.
Bin gespannt und drück die Daumen. :confused :2thumbs :2thumbs


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BeitragVerfasst: 24. Jul 2018, 17:08 
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Hallo Uwe,

erst mal ein dickes Danke schön für den umfangreichen Textteil, der Dir gelungen und für
mich sehr interessant ist. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wieviel Retscherschearbeit in Deinem
Artikel steckt.Vielen Dank dafür.

Ausserdem kennst Du ja meinen Hang zu blöden Kommentaren und so musste
ich als Erstes bei der Nennung dieses Herrn (Quintus Petilius Cerealis) an Cerealien denken.

Aber Spass beiseite, genug des Lobes und zu meiner Ansicht:

schau Dir doch bitte noch mal Dein Vorbild ( im wahrsten Wortsinn ) an:

Das Bild zeigt einen ruhigen, an Details eigentlich armen Vordergrund. Dann kommt der Trick des
Malers, durch die Lage der toten Kelten und deren Ausrüstung wird eine Diagonale gebildet, sie zeigen
auf die erschöpften Römer, die dadurch klar den Bildschwerpunkt bilden. Das Bild erhält eine klare
Gliederung und Tiefe, das Auge wird zum bildwichtigsten Teil geführt.

Meines Erachtens solltest Du noch mal in Ruhe überlegen, was Deine Aussage sein soll, die toten Kelten
o d e r die Römer. Durch entsprechende Stilmittel solltest Du dann das Auge führen.

Aber am Schluss gilt, es muss Dir gefallen.

_________________
Schöne Grüße aus Dinslaken

Achim


Oh Mann, selbst meine Oma ist schneller als Du, Bretorianer!


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BeitragVerfasst: 24. Jul 2018, 21:44 
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Guten Abend!

Da muß ich direkt mal eine Frage an Uwe loswerden, es handelt sich doch hierbei um das Diorama mit dem Du in Lingen eine Silbermedaille gewonnen hast.
Wurde dort von dir der finale Zustand präsentiert, oder folgt jetzt noch eine weitere Veränderung? :confused

Grüße aus Essen!

Roy


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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 00:19 
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Liebe Freunde von der Modellbaugilde,

danke für Euer Interesse an meinem Baubericht, für Eure Fragen und Anregungen.

Algol hat geschrieben:
Ok, es ist noch nicht fertig.

Zurückgelassene Waffen, Schilde (evtl. beschädigt?) und Pfeile könnte man noch als "Bodendecker" verbauen.

Ich würde da allerdings nicht noch mehr Figuren unterbringen.


Hallo Christian,
dank Dir für Deinen Rat, ich werde ihn im Hinterkopf behalten und die neuen Figuren jeweils zur Probe aufstellen, was für sich gesehen ein spielerischer Moment ist, der bei der Gestaltung von Dio-Szenen auch Spaß macht. Werd einfach mal sehen, ob's passt. :blush-pfeif2


WK I Chris hat geschrieben:
Hallo Uwe,
danke für Deinen ausführlichen Bericht. Eine Figur im Rohbau durften wir in unserer Words-App-Gruppe wohl schon sehen.
Hoffe es gibt Bilder von Deinen Figuren vom Rohbau bis zur Fertigstellung.
Bin gespannt wie das Dio wirkt wenn noch 4 - 5 Figuren dazu kommen. Hoffe nicht das es dann zu überladen wirkt.
Bin gespannt und drück die Daumen. :confused :2thumbs :2thumbs


Hi Chris,
freut mich, dass Dir der (hoffentlich nicht zu) ausführliche Einstieg in meinen Baubericht gefallen hat. Und in den folgenden Updates werde ich die einzelnen Figuren oder zusammen hängenden Figurengruppen - soweit noch in Bildern vorhanden - im Rohzustand vorstellen und gleichzeitig versuchen aufzuzeigen, welche originalen Ausrüstungsgegenstände dem zugrunde lagen. :wp-cool

Und danke für Deine guten Wünsche. :2thumbs :biggrin


steamjo hat geschrieben:
Hallo Uwe,

erst mal ein dickes Danke schön für den umfangreichen Textteil, der Dir gelungen und für
mich sehr interessant ist. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wieviel Retscherschearbeit in Deinem
Artikel steckt.Vielen Dank dafür.

Ausserdem kennst Du ja meinen Hang zu blöden Kommentaren und so musste
ich als Erstes bei der Nennung dieses Herrn (Quintus Petilius Cerealis) an Cerealien denken.

Aber Spass beiseite, genug des Lobes und zu meiner Ansicht:

schau Dir doch bitte noch mal Dein Vorbild ( im wahrsten Wortsinn ) an:

Das Bild zeigt einen ruhigen, an Details eigentlich armen Vordergrund. Dann kommt der Trick des
Malers, durch die Lage der toten Kelten und deren Ausrüstung wird eine Diagonale gebildet, sie zeigen
auf die erschöpften Römer, die dadurch klar den Bildschwerpunkt bilden. Das Bild erhält eine klare
Gliederung und Tiefe, das Auge wird zum bildwichtigsten Teil geführt.

Meines Erachtens solltest Du noch mal in Ruhe überlegen, was Deine Aussage sein soll, die toten Kelten
o d e r die Römer. Durch entsprechende Stilmittel solltest Du dann das Auge führen.

Aber am Schluss gilt, es muss Dir gefallen.


Achim, mein Guter,
herzlichen Dank für Deine lobenden Worte, meine größte Sorge bei dieser ausführlichen Art des Bauberichts war, dass es bei Euch geneigten Lesern zu langatmig oder gar etwas abgehoben herüber kommen würde. Wer mich kennt - und das tun ja einige von Euch schon ein klein wenig - wird wissen, dass das bestimmt nicht meine Absicht ist. :biggrin

Und keine Sorge, mit Deinen gelegentlichen Kommentaren oder Fragen, gern mit ernster Miene von Dir vorgetragen, hinter denen aber (so seh ich das :wp-cool ) eigentlich nur dein feiner Sinn für Humor steckt, komme ich bestens klar. Im Gegenteil - diese Art Spaß mag ich. :biggrin :biggrin

Im übrigen lagst Du auch gar nicht so falsch. Nach meinem (aber nur lückenhaften) Kenntnisstand bedeutet cerealis soviel wie "zu Ceres gehörend" und Ceres war die römische Göttin der Landwirtschaft und somit auch des Getreides. Christian (Algol) könnte das bestimmt besser erklären als ich. Und warum Quintus Petilius (also der Fünftgeborene aus dem Geschlecht der Petilier) ausgerechnet den Beinamen Cerealis führte, weiß ich leider auch nicht.

Zum Vor-Bild - das hast Du besser beobachtet als ich. In all den knapp 20 Jahren, da ich dieses Bild kenne, war mir diese Form der Bildkomposition noch nicht aufgefallen. Tatsächlich weisen die Schwerter von zwei der gefallenen Kelten, vielleicht sogar die Felsen im Vordergrund und der Schild des auf dem Boden kriechenden auf die erschöpften Römer ...

Die Geschichte, die ich mit meinem Dio erzählen will, wird durch zwei der jetzt schon vorhandenen Römerfiguren verdeutlicht, die auf dem Vorbild nicht vorkommen: dem besagten Feldherrn, der mit ausgestrecktem Schwertarm in Richtung der zurückgeschlagenen britannischen Kelten zeigt und somit den antrabenden Kavalleristen die Angriffsrichtung vorgibt. Zum zweiten durch den Tribun im Vordergrund, der eine erbeutete Eber-Standarte triumphierend in Richtung der sich zurück ziehenden Britannier hochhält und ihnen vielleicht noch ein paar "freundliche" Worte mit auf den Weg gibt. Auch die erschöpften Legionäre, die knieend, stehend oder mit dem Schwert gegen ihr Schild schlagend in die gleiche Richtung blicken - sie alle sollen den Wendepunkt der Schlacht darstellen. Die brutale Gewalt des Kampfes hat unmittelbar vor dem im Dio festgehaltenem Augenblick stattgefunden. Nun geht die römische Armee von der bisherigen Verteidigung gegen einen numerisch hoch überlegenen Gegner zur Verfolgung des selben über, um ihren Sieg zu vollenden.

Diesen Augenblick wollte ich einfangen, 4 - 5 zusätzliche Figuren sollten da nicht schaden ...


afv-fan65 hat geschrieben:
Guten Abend!

Da muß ich direkt mal eine Frage an Uwe loswerden, es handelt sich doch hierbei um das Diorama mit dem Du in Lingen eine Silbermedaille gewonnen hast.
Wurde dort von dir der finale Zustand präsentiert, oder folgt jetzt noch eine weitere Veränderung? :confused

Grüße aus Essen!

Roy


Hallo Roy,
ich dank Dir für Dein Interesse. Und Du hast natürlich recht - es ist das Dio, das Du schon kennst, von Lingen und auch von unserem vorletzten Forentreffen im Februar diesen Jahres. Damals hatte ich es zunächst nur repariert und restauriert, um bei meinem ersten Besuch in Eurem Kreis überhaupt etwas auf den Ausstellungstisch stellen zu können. :blush-pfeif2

Ich bin leider auch so ein Kandidat, der viel anfängt und in letzter Zeit nicht mehr viel neues fertig gestellt hat. So war mir das Forentreffen und die Ausstellung in Lingen willkommener Anlass und Antrieb, wenigstens ein altes Diorama nochmal etwas aufzupeppen. Zwischen beiden Veranstaltungen hatte ich schon begonnen, zusätzliche Ausrüstungsgegenstände auf dem Gelände zu verteilen. Und einmal damit angefangen, hatte ich auch nach Lingen auf einmal Lust, noch etwas weiter an dem Dio zu arbeiten, weitere Figuren aufzustellen und noch etwas mehr "Battlefield debris" zu erstellen. :wp-rolleyes

Das ist der aktuelle Sachstand - Anfang nächsten Jahres hoffe ich, das Diorama dann fertig noch einmal beim Forentreffen zeigen zu können. Insofern ist dieser mein Baubericht teilweise rückblickend, nach Vorstellung der bisherigen 25 Figuren wird es bezüglich der Neuerungen ein aktueller Baubericht sein. Außerdem ist es mein erster Baubericht in Eurem Kreis.

Im übrigen bist Du daran auch nicht ganz unschuldig. Lange bevor ich mich bei Euch anmeldete, bin ich auf die Gilde aufmerksam geworden, als ich beim Stöbern im Internet auf Deinen schönen, informativen und mit tollen Bildern zum Baufortschritt versehenen Baubericht zu der japanischen Maschinengewehrstellung stieß. :2thumbs

Das war, was das Schreiben eines Bauberichts anging, sehr inspirierend. :wp-biggrin :wp-rolleyes


LG - Uwe :gruen

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 08:47 
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Hi Uwe,

ein optisch echt schönes Dio, für das Du in Lingen ja auch mit der Silbermedaille belohnt wurdest. :applaus


Das ist im 1. Post dieses Threads aber jetzt exakt der 1:1 gleiche Bericht, den Du im April schon im modellboard veröffentlicht hast oder?


Zur Geschichte und zu den historischen (Un-)/Korrektheiten masse ich mir hier mangels völliger Unkenntnis davon kein Urteil an. :wink2

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Stefan


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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 09:25 
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Hallo Uwe!

Okay, wir haben es hier jetzt einem Ausnahmefall zu tun, es gibt weder ein 100 % fertiges Modell noch einen echten Baubericht in Echtzeit.
Ich fände es wirklich super wenn du uns mal denn Jetztzustand zeigen würdest, damit wir wirklich konstruktiv darüber diskutieren könnten. :wink2

Die von WK I Chris angesprochenen „Rohbau Bilder“ würden mich an der Stelle auch interessieren.

Grüße!

Roy


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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 11:31 
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afv-fan65 hat geschrieben:
Ich fände es wirklich super wenn du uns mal denn Jetztzustand zeigen würdest, damit wir wirklich konstruktiv darüber diskutieren könnten. :wink2


Das meinte ich, Uwe ...

ValleDeVinales hat geschrieben:
... den Du im April schon... veröffentlicht hast ...


... denn wir wissen ja gar nicht was Du in diesen 4 Monaten alles schon geändert hast.

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LG

Stefan


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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 12:23 
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ValleDeVinales hat geschrieben:
Hi Uwe,

ein optisch echt schönes Dio, für das Du in Lingen ja auch mit der Silbermedaille belohnt wurdest. :applaus


Das ist im 1. Post dieses Threads aber jetzt exakt der 1:1 gleiche Bericht, den Du im April schon im modellboard veröffentlicht hast oder?


Zur Geschichte und zu den historischen Korrektheiten masse ich mir hier mangels völliger Unkenntnis kein Urteil an. :wink2
afv-fan65 hat geschrieben:
Hallo Uwe!

Okay, wir haben es hier jetzt einem Ausnahmefall zu tun, es gibt weder ein 100 % fertiges Modell noch einen echten Baubericht in Echtzeit.
Ich fände es wirklich super wenn du uns mal denn Jetztzustand zeigen würdest, damit wir wirklich konstruktiv darüber diskutieren könnten. :wink2

Die von WK I Chris angesprochenen „Rohbau Bilder“ würden mich an der Stelle auch interessieren.

Grüße!

Roy


Hallo Stefan und Roy,

vollkommen richtig, der 1. Post ist exakt der gleiche wie im Modellboard. Dies geschah jedoch nicht in böser Absicht oder um Euch irgendwie zu täuschen. Ich wollte doch nur einen teils nachträglichen und am Ende aktuellen Baubericht (BB) schreiben; wäre mein erster im Rahmen der Gilde.
:wp-neutral

Aus meinen Erfahrungen aus anderen Foren (teilweise auch nur als nicht angemeldeter, stiller Mitleser) hatte ich den Eindruck gewonnen, dass Forumsbetreiber oder -mitglieder es allgemein nicht mögen, wenn ein Forumsmitglied - sagen wir mal aus Bequemlichkeit - keinen eigenen Bericht oder Galerieeintrag in ihrem Forum veröffentlicht, sondern einfach nur mit einem Link auf ein anderes Forum verweist, in dem er zuvor schon alles ausführlich beschrieben hat.
:wp-rolleyes

Deshalb hatte ich, als ich den BB im Modellboard begann, die Modellbaugilde schon im Hinterkopf. Im Board besteht die Möglichkeit, seine Fotos direkt von der eigenen Festplatte in seine Beiträge hochzuladen. Da ich aber beabsichtigte, den BB quasi parallel in beiden Foren zu veröffentlichen, hatte ich mich ja bei Abload.de angemeldet und alle relevanten Fotos dort hinterlegt, und den BB im Modellboard bereits mit Fotos von Abload.de versorgt statt von der eigenen Festplatte. Das bedeutete einigen Mehraufwand, der mir aber im zweiten Schritt das Übertragen des BB's auf das Forum der Modellbaugilde erleichtern sollte; abgesehen davon, dass selbst beim Übertragen meines 1. Posts in unser Gildeforum unerwartete Schwierigkeiten auftraten, da beide Foren unterschiedliche Regeln bezüglich maximaler Bildergröße haben.
:wp-neutral

Im Modellboard bin ich schon 5. Updates weiter gekommen. Daraus könnt ihr ersehen, dass ich selbst schon erste Zweifel hatte, ob dies der richtige Weg der Präsentation in der Modellbaugilde wäre und etwas zögerte. Schließlich habe ich dann aber vergangenen Montag den BB in der von mir vorgesehenen Weise hier im Gildeforum gestartet und erwartete mit großer Spannung Eure Reaktionen.

Aus Euren beiden letzten Antworten lese ich ein klein wenig heraus, dass meine Absicht der parallelen bzw. zum Teil nachträglichen BB'e vielleicht doch nicht der richtige Weg ist. Eure Meinungen hierzu sind mir wichtig, denn schließlich gehört ihr beide zu den Gründungsmitgliedern und zum verantwortlichen Team der Modellbaugilde und ich selbst sehe mich als einfaches Forumsmitglied nur als Gast, der sich an die Regeln zu halten versucht. Außerdem muss ich gestehen, dass ich absolut Null Ahnung bezüglich Betrieb und Unterhalt von Modellbauforen habe; vielleicht verursachen derart textlastige (und längere) Beiträge wie mein 1. Post ja erhöhten Traffic, am Ende sogar Kosten.

LG - Uwe :gruen

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:26, insgesamt 3-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 12:29 
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Mal eine Frage ( oder habe ich das überlesen ) was ist das für ein Maßstab?

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つづく

Grüße Max


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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 12:30 
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Hi Stefan,

sehe gerade, dass Du noch mal geschrieben hattest, während ich mir noch meinen letzten Antwort-Beitrag abrang. :entschuldigung2

Danke für Deine weitere Erklärung, vielleicht muß ich mir dann eine etwas einfachere, kürzere Art der Berichterstattung zurecht legen.
:wp-rolleyes

LG - Uwe :gruen

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 12:36 
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Hallo Max,

uih, ich sehe aufgrund Deiner Frage gerade, dass meine Überschrift für das Betreff-Feld zu lang war und dort nicht nur '. Chr.' (von 61 n. Chr.) abgeschnitten ist, sondern auch der Maßstab 1:32 (54 mm).

LG - Uwe :gruen

PS: Betreff-Feld geändert, um Maßstab mit aufnehmen zu können

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Zuletzt geändert von Uwe B. am 26. Jul 2018, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25. Jul 2018, 17:20 
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Hallo Uwe,

bewundere Deinen Baubericht ja im anderen Forum. Deine Vorgehensweise und das Resultat sind echt inspirierend. :2thumbs

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Schöne Grüße vom Rhein
Christian

"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."


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BeitragVerfasst: 27. Jul 2018, 15:03 
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Hallo Christian,

meinen allerherzlichsten Dank dafür - freut mich aufrichtig. :2thumbs

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 27. Jul 2018, 16:09 
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Hallo Uwe
Das Dio gefällt mir sehr gut.Sehr glaubhaft.Dank deiner ausführlichen Dokumentation auch für mich verständlich wo ich doch gar keine Ahnung von die Römers habe.Gefäält mir wirklich gut.Da ich es ja schon beim forentreffengesehen habe ,möchte ich behaubten auf den Bildern wirkt es noch besser.Vielleicht lag es aber auch an der Doku die ich vorhergelesen habe.

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Grüße aus Duisburg
Jürgen


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BeitragVerfasst: 28. Jul 2018, 17:29 
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JürHü hat geschrieben:
Hallo Uwe
Das Dio gefällt mir sehr gut.Sehr glaubhaft.Dank deiner ausführlichen Dokumentation auch für mich verständlich wo ich doch gar keine Ahnung von die Römers habe.Gefäält mir wirklich gut.Da ich es ja schon beim forentreffengesehen habe ,möchte ich behaubten auf den Bildern wirkt es noch besser.Vielleicht lag es aber auch an der Doku die ich vorhergelesen habe.

Hallo Jürgen,

danke für Deine lobenden Worte. Dann werde ich den Stil meiner Dokumentation entsprechend weiterführen. :wp-cool


afv-fan65 hat geschrieben:
... Okay, wir haben es hier jetzt einem Ausnahmefall zu tun, es gibt weder ein 100 % fertiges Modell noch einen echten Baubericht in Echtzeit.
Ich fände es wirklich super wenn du uns mal denn Jetztzustand zeigen würdest, damit wir wirklich konstruktiv darüber diskutieren könnten. :wink2

Die von WK I Chris angesprochenen „Rohbau Bilder“ würden mich an der Stelle auch interessieren. ...

Hallo Roy,

ich werde dann in der nächsten Zeit zunächst - wie gewünscht - einzelne Figuren oder zusammen gehörende Figurengruppen mit entsprechenden "Rohbau Bildern" vorstellen und diese mit zusätzlichen Informationen versehen bezüglich der dabei verwendeten originalen Fundstücke, ggf. mit einem Hinweis welche Figuren vom gemalten Vor-Bild verwendet wurden und schließlich die fertig bemalten Figuren. Danach würde ich dann auf den Jetztzustand eingehen oder immer wieder mal zwischendurch darüber berichten.

Ich glaube, besser als Du es in Deinem oben zitierten ersten Satz ausgedrückt hast, kann man es nicht beschreiben. :2thumbs

Somit folgt heute das


1. Update

    Römischer Feldherr, Gaius Suetonius Paulinus

    - entsprechendes Vorbild im Gemälde von McBride (entfällt, kein Vorbild im Gemälde)
    - ursprüngliche Figur vor der Bemalung oder dem Umbau, Hersteller
    - als Vorbild verwendete originale Ausrüstungsteile
    - fertige Figur im Diorama

Die ursprüngliche Figur stammt von der Fa. Cafe Storme, einem Kaffeehersteller, der seinen Kaffeebohnen eine unbemalte, historische Figur aus silbrig grauem Hartplastik beifügte und so einen Anreiz erzeugte, neben dem Kaffeegenuß noch eine Figurensammlung anzulegen. Ob es diese Firma heute noch gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, ich habe meine römischen Figuren jedenfalls auf einer Plastikfigurenmesse in Herne erworben. Im Internet werden sie auch heute noch unter dem Markennamen "Mokarex" angeboten. Die Figuren sind relativ gut modelliert und eignen sich aufgrund ihrer Ausführung in Hartplastik gut als Ausgangsmaterial für Umbauten. Von ihrer historischen Korrektheit her geben sie den Kenntnisstand ungefähr der 1950'er oder 1960'er Jahre wieder.

Auf den folgenden 2 Bildern sieht man die Figur von Cafe Storme in ihrem Originalzustand. Dabei fällt schon auf, dass der Reiter nicht gut in den Sattel paßt, was nicht schlimm war, da ich die eh zu kleine Pferdefigur in ihrem vollen Gallopp ohnehin austauschen wollte. Als erstes änderte ich den Kopf des Reiters durch Abschleifen der Kinnpartie, um den Mund offen so zu gestalten, als wenn er gerade Befehle erteillte.

Bild

Die nächsten Bilder zeigen den Reiter nach Abschluß der Umbauarbeiten mit Milliput. In der Mitte das neu verwendete Pferd eines französichen Kürassiers von Airfix. Das Leopardenfell besteht wieder aus glattgedrücktem Senftubenblech, das ich grob ausgeschnitten und mit einer dünnen Schicht Milliput versehen und vorne am Kopf noch etwas skulptiert habe.

Der weitere Kopfschmuck und das Zaumzeug des Pferdes, insbesondere die Raubkatzenfellschabracke, sind diversen römischen Reliefs und Statuen entlehnt, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde. Auf den Reliefs sieht man neben dem hier rekonstruierten Typ einer Raubkatze (vermutlich ein Leopard, vielleicht aber auch eine Löwin) auf späteren sog. Löwenjagd-Sarkophagen auch häufig deutlich erkennbar männliche Löwenfelle. Dass solche Fellschabracken in antiker Zeit von höheren Offizieren verwendet wurden, ist spätestens seit dem bekannten sog. "Alexander-Mosaik" von Pompeji belegt.

Da auch höhere römische Offiziere stilistisch gerne griechisch-hellenistischen Vorbildern nacheiferten, habe ich für meine Rekonstruktion entschieden, hier ein Leopardenfell zu rekonstruieren.

Bild

Unten links ein Foto der in Novaesium (Neuss) gefundenen, am unteren Rand unvollständigen Frontale (Roßstirn), die aufgrund ihres Dekors (Löwenkopf) der dort im 1. Jahrhundert vermuteten Ala Afrorum (Ala = Flügel, sinngemäß = Kavallerieregiment der Afrikaner, ca. 500 Mann stark) zugeschrieben wird, die ich bei meiner Rekonstruktion für das Pferd des Feldherrn zugrunde gelegt habe.

Übrigens schreibt Marcus Junkelmann ("Die Reiter Roms - Teil III: Zubehör, Reitweise, Bewaffnung", S. 202) zu diesem Frontale noch sinngemäß, dass sich im Berliner Antikenmuseum noch ein weiteres, vollständiges (!), sonst identisches Exemplar der Neusser Roßstirn unbekannter Herkunft befinde. Dies bedeutet, dass dieses Teil nicht singulär war, sondern sich eventuell sogar weiterer Verbreitung erfreute. Leider kenne ich kein einziges Foto oder genauere Beschreibung des Berliner Exemplars. So fiktiv meine Verwendung der Roßstirn für Paulinus auch ist - immerhin hatte er auch einen persönlichen Bezug zu Africa, schließlich wissen wir ja, dass er in den Jahren 40 und 41 n. Chr. als Militärführer und Praetor (laut Wikipedia eines der höheren Ämter der römischen Ämterlaufbahn) in der Provinz Mauretania war.

Bild

Für das Gesicht des Feldherrn Paulinus hatte ich freie Hand, da ich zum einen sein Geburtsdatum und damit Alter zum Zeitpunkt der Schlacht nicht herausfinden konnte, zum anderen keine Büste oder Statue von ihm erhalten ist. Es gibt lediglich eine in viel späterer Zeit in England hergestellte und in Bath aufgestellte eher symbolhafte Statue, die keinen Anspruch auf Ähnlichkeit erhebt:

Bild
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Gaius_Suetonius_Paulinus

Siehe nachfolgende Website, die immerhin mit einer Vielzahl an Informationen zu Paulinus aufwartet:

https://alchetron.com/Gaius-Suetonius-Paulinus

Bei den Ocreae (Ocrea = Beinschiene) des Feldherrn habe ich mich an Motiven der in Straubing gefundenen Exemplare orientiert. Ich habe aber keines der unten abgebildeten Fundstücke genau kopiert, sondern mich nur vage an deren Aussehen gehalten. So sind die dortigen Beinschienen 2-teilig und ins 2 bis 3. Jhdt. n. Chr. datiert; damit zu spät für mein Diorama. Außerdem schreibt Marcus Junkelmann ("Römische Kampf- und Turnierrüstungen", Seite 68) sinngemäß, dass diese Beinschienen aus sehr dünnem Blech getrieben und bei Versuchen rasch beschädigt worden und somit ungeeignet für den scharfen Waffeneinsatz seien. Ich habe die Beinschienen bei meiner Figur daher als einteilige, stabile Schützer mit typisch römischen Verzierungen dargestellt. Nachfolgend zum Vergleich Beinschienen aus dem Straubinger Hortfund:

Bild
Quelle: http://www.coh-ii-raet.de/museum/index.html

Hier nun ein paar Fotos von der fertigen Figur:

Bild
Bild

Natürlich sind die Darstellung der Roßstirn oder der Leopardenfellschabracke reine Spekulation, da niemand mit Sicherheit eine Aussage über die Ausstattung des Pferdes oder das Aussehen und die Ausrüstung des Gaius Suetonius Paulinus machen kann. Man könnte auch kritisieren, dass ich einen Ausrüstungsgegenstand aus Neuss einfach für die Darstellung einer Schlacht in Britannien verwendet habe. Aber schließlich wurden die zuvor im Rheinland stationierten Legiones II Augusta, XIV Gemina und XX Valeria ja ab dem Jahre 43 n. Chr. im Zuge der Invasion unter Kaiser Claudius nach Britannien disloziert; die vierte daran beteiligte Legio IX Hispana kam zu diesem Zeitpunkt aus Illyrien (Quellen: Marcus Junkelmann („Die Legionen des Augustus“) sowie die entsprechenden Artikel zu den Legionen in Wikipedia.de).

Ich habe zumindest versucht, mich an gängige Konventionen oder zeitgenössisch belegte Ausrüstungsgegenstände zu halten. Wobei zugegebenermaßen gerade das Leopardenfell auch einfach Spaß gemacht hat, es zu bemalen. :wp-cool :biggrin


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 30. Jul 2018, 17:16 
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Sehr beeindruckend Uwe! :applaus
Wenn Du Deinen retrospektiven BB - wie von Dir vorgeschlagen - mit aktuellen Veränderungen ergänzt wird das wohl hier gut angenommen werden. Werde jedenfalls Deine Ausführungen hier weiter mit großen Interesse verfolgen. Wir Moerser müssen ja auch zusammen halten. :wink2


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